ART - Autonomer Response Test nach Dr. Dietrich Klinghardt
Der Autonome Response Test (ART) ist ein neurophysiologisches Testverfahren innerhalb des Behandlungskonzeptes nach Dr. Dietrich Klinghardt. Ziel des ART ist es, funktionelle Störungen und Regulationshindernisse des Organismus systematisch zu erkennen und ihre Bedeutung für das individuelle Beschwerdebild einzuordnen.
Im Mittelpunkt steht dabei nicht die Diagnose einer einzelnen Erkrankung, sondern die Frage:
Warum ist der Organismus derzeit nicht mehr in der Lage, sich ausreichend selbst zu regulieren?
Der Körper arbeitet als Regulationssystem
Der menschliche Organismus besteht nicht aus voneinander getrennten Organen oder einzelnen Symptomen. Vielmehr handelt es sich um ein hochkomplexes Netzwerk aus Nervensystem, Immunsystem, Hormonsystem, Stoffwechsel und Bindegewebe, die in ständigem Austausch miteinander stehen.
Gesundheit bedeutet in diesem Zusammenhang nicht die Abwesenheit einzelner Beschwerden, sondern die Fähigkeit des Körpers, auf innere und äußere Belastungen flexibel zu reagieren und das biologische Gleichgewicht immer wiederherzustellen.
Ist diese Regulationsfähigkeit eingeschränkt, können Symptome entstehen oder bestehende Beschwerden über längere Zeit bestehen bleiben.
Warum entstehen Regulationsstörungen?
Jeder Mensch ist im Laufe seines Lebens unterschiedlichsten Belastungen ausgesetzt.
Dazu gehören beispielsweise:
chronische Infektionen
Umweltgifte und Schwermetalle
Schimmelpilze und mikrobielle Belastungen
Zahnherde oder Narben
anhaltender körperlicher oder emotionaler Stress
hormonelle Dysbalancen
Stoffwechselstörungen
Verletzungen oder Operationen
traumatische Erlebnisse
funktionelle Störungen des Bewegungsapparates
Oft wirkt nicht ein einzelner Faktor allein, sondern mehrere Belastungen beeinflussen sich gegenseitig und können die Regulationsfähigkeit des Organismus zunehmend einschränken.
Der Körper versucht zunächst, solche Belastungen zu kompensieren. Werden seine Anpassungsmechanismen jedoch dauerhaft überfordert, können Beschwerden entstehen, obwohl die eigentliche Ursache oftmals bereits deutlich früher begonnen hat.
Neurobiologie statt reine Symptombehandlung
Aus neurobiologischer Sicht verarbeitet unser Nervensystem jede körperliche und emotionale Erfahrung.
Starke körperliche Belastungen, chronischer Stress oder traumatische Ereignisse können dazu führen, dass das autonome Nervensystem dauerhaft in einem erhöhten Alarm- oder Schutzmodus verbleibt.
In einem solchen Zustand verändern sich unter anderem:
Muskelspannung
Durchblutung
Stoffwechsel
Immunfunktion
Schmerzverarbeitung
vegetative Regulation
Der Organismus reagiert dann häufig nicht mehr flexibel auf neue Belastungen, sondern verharrt in bestimmten Schutz- und Kompensationsmustern.
Diese neurobiologischen Anpassungen sind zunächst sinnvolle Überlebensstrategien. Bestehen sie jedoch langfristig fort, können sie zur Aufrechterhaltung chronischer Beschwerden beitragen.
Was untersucht der ART?
Der Autonome Response Test dient dazu, Hinweise auf mögliche Regulationshindernisse zu gewinnen und diese innerhalb eines funktionellen Gesamtkonzeptes zu priorisieren.
Dabei werden unter anderem mögliche Einflüsse aus folgenden Bereichen berücksichtigt:
vegetatives Nervensystem
chronische Entzündungsprozesse
Umwelt- und Schadstoffbelastungen
Infektionen
Zahn- und Kieferstörfelder
Bewegungsapparat und Fasziensystem
hormonelle Regulation
Stoffwechsel
emotionale Belastungen
individuelle Stress- und Anpassungsmechanismen
Das Ziel besteht nicht darin, möglichst viele Befunde zu sammeln, sondern jene Faktoren zu identifizieren, welche die Regulationsfähigkeit des Organismus im individuellen Fall am stärksten beeinflussen könnten.
Ursachen erkennen – Regulation unterstützen
In der Klinghardt-Methode steht deshalb nicht die isolierte Behandlung einzelner Symptome im Vordergrund.
Vielmehr geht es darum, die funktionellen Zusammenhänge des Organismus besser zu verstehen und jene Belastungen zu erkennen, welche die Selbstregulation möglicherweise beeinträchtigen.
Der ART dient dabei als Orientierungshilfe innerhalb eines ganzheitlichen Behandlungskonzeptes. Die gewonnenen Informationen werden stets gemeinsam mit der Anamnese, den klinischen Befunden sowie – falls erforderlich – weiteren medizinischen Untersuchungen beurteilt.
Denn nachhaltige Veränderungen entstehen häufig dann, wenn nicht nur Symptome behandelt werden, sondern die Regulationsfähigkeit des Organismus Schritt für Schritt wieder unterstützt wird.